Datum: 08.02.2012, 09:38:43 Uhr 
 
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Urlaub in Japan

Früher nannte man es einfach Brotdose, später Lunchpaket. Mittlerweile bürgert sich ein neuer Lebensmitteltransporttrend auch in Deutschland ein: Bento. Bentoboxen sind meist mehrstöckige Plastikdosen, für Kinder in vielen bunten Farben mit lustigen Comicmotiven bedruckt, für Erwachsene etwas schlichter gehalten, dafür mit mehr Platz für den Inhalt. Einigen dürften diese Dosen aus ihrem Japanurlaub bekannt sein, den meisten jedoch wohl eher aus dem Internet, welches durch die schnelle Verbreitung und ständig neuen blogs, Shops und Ideenseiten zum Boom kräftig beigetragen hat.

Viele Bento-Anhänger planen sogar extra eine Reise nach Japan, um an die heiß begehrten Gimmicks und Zubehörteile günstig zu kommen. Zwar bieten mittlerweile auch viele Shops den Versand nach Deutschland an, allerdings ist die Auswahl nicht immer befriedigend und die Versandkosten zudem sehr hoch. Steht eh ein Japanurlaub vor der Tür, bietet es sich natürlich an, sich mit den begehrten Plastikteilchen vor Ort kostengünstig einzudecken. Doch was unterscheidet eigentlich eine Bentobox von unserer herkömmlichen Brotdose oder gar einer normalen Frischhaltedose? Das ist ganz offensichtlich, wenn man einmal die Inhalte gegenüberstellt.

Inhalt einer deutschen Brotdose: Zwei zusammengeklappte Scheiben Vollkornbrot. Ansprechende Optik: nicht vorhanden. Inhalt Bentodose: Viele kleine, appetitlich angerichtete Häppchen. Je bunter und farbenfroher, desto besser. Kein Wunder, dass Kinder da lieber zugreifen! Würde man während einem Urlaub in Japan den einheimischen Kindern in ihre Bentobox sehen, könnte man glatt neidisch werden. Nach japanischer Tradition beinhalten sie hauptsächlich geformten Reis, Fleisch oder Fisch, Gemüse und zum kleinen Teil auch etwas Süßes. Alles ist kindlich ansprechend und appetitlich angerichtet. Damit die unterschiedlichen Dinge nicht durcheinander purzeln, besitzen die Dosen oft Trennwände. Ansonsten wird auf weiche Silikonförmchen ausgewichen. Da der Platz relativ beschränkt ist, muss passgenau befüllt werden. Bentos haben den Vorteil, dass auch Wenigesser zur Nahrungsaufnahme animiert werden, ohne dass sie von einem großen, unüberwindbar erscheinenden Brot oder Brötchen abgeschreckt werden. Ein kleines buntes Häppchen passt schließlich immer rein. Um seiner Kreativität beim Packen freien Lauf zu lassen, kann man sich bei seinem Japanurlaub mit immer wieder neuen Reisförmchen, Brotausstechförmchen, kleinen Pieksern und Silikonförmchen eindecken. Sogar Formen, um hartgekochte Eier in Tierfigurform zu pressen, existieren! Wasserdicht sind Bentoboxen allerdings nicht. Darum sollte man nur feste Speisen in ihnen transportieren. Natürlich stellen sie auch keinen Ersatz für unsere Frischhaltedosen dar, sondern eher die luxuriösere Weiterentwicklung der kleinen, klapprigen Kindergartenbrotdose. Bei einem Urlaub in Japan sollte man die riesige Vielfalt der Bentos auf sich wirken lassen und kann sich dann völlig dem Bento-Fieber hingeben.
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11.03.2010 12:23:21 von Gaijin
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