Datum: 21.05.2012, 16:53:52 Uhr 
 
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Die möglichen Führungsstile eines Fußballtrainers

Der individuelle Führungsstil eines Trainers ist immer abhängig von der eigenen
Person, von seinen Charaktermerkmalen und Lebenseinstellungen. Er
charakterisiert den Fußballtrainer in seiner Arbeit mit der Mannschaft und den Spielern
als Leit- und Führungsperson. Der Trainer bringt seine Erfahrungen,
Fertigkeiten, sein Fachwissen und seine Überzeugung im Interaktionsfeld mit
den Spielern ein. Ziel des jeweiligen Führungsstils ist es, die Mannschaft
nach einem gewissen Schema zu leiten und zu begleiten.
Hierzu werden in der Theorie der Führungsforschung nach Lewin drei verschiedene
Führungsstile unterschieden: der autoritäre, der demokratisch kooperative
und der laissez-faire-Stil. Sie unterscheiden sich im unterschiedlichen Kooperationsverhältnis zwischen Führungsperson und Untergebenen. Die
drei Führungsstile nach Lewin werden nun kurz betrachtet.

1.Der autoritäre Führungsstil
Der Trainer bestimmt alle Ziele, Aufgaben und Inhalte selbst. Er will und duldet
keine Mitbestimmung. Der Führungsstil ist im Wesentlichen dadurch gekennzeichnet,
dass der Trainer sagt und befiehlt und die Spieler führen es
aus. Interessen, Anregungen, Meinungen und Wünsche der Spieler spielen größtenteils keine Rolle und bleiben weitgehend unberücksichtigt. Das sich daraus ergebene Verhältnis zwischen Spielern und Trainer als distanziert und kühl bezeichnet werden. Aufgrund seiner Dominanz erwartet und verlangt diese Art Trainer Disziplin bei der Durchsetzung seiner Vorgaben und Pläne. Die Distanz zu den Spielern und umgekehrt von den Spielern zum Trainer lässt einen emotionalen Zugang als unwahrscheinlich erscheinen. Folgen dürften Angst bei den Spielern sein und erheblicher Zwang, um die Mannschaft zu motivieren. Er darf Kritik an den
Spielern üben. Umgekehrt ist dies nicht erlaubt, so dass hier ein einseitiges
Verhältnis besteht. So werden mit dem autoritären Führungsstil auch Begriffe wie `imperativ`, `autokratisch` und `dominant` verbunden.

2. Der demokratische, kooperative Stil
Der demokratische Stil ist durch eine kooperative Zusammenarbeit beider
Seiten (Trainer und Spieler) charakterisiert. Ihm zugrunde liegt die beiderseitige
Bereitschaft zur Zusammenarbeit, ohne die jeweilige Kompetenz in Frage
zu stellen. Daher wird dieser Führungsstil auch als sozial-integrativer, kooperativer
oder gruppenkonzentrierter Führungsstil genannt. Der demokratische
Führungsstil berücksichtigt auch die Bedürfnisse der Spieler, da sie in
den Entscheidungsprozess mit einbezogen sind. Der Trainer geht auf die
Persönlichkeit der einzelnen Spieler ein und versucht, die Spieler zu überzeugen.
Er vermittelt seine Kenntnisse, Erfahrungen, nimmt ihre Interessen,
Anregungen und Wünsche zur Kenntnis und versucht sie zu berücksichtigen.
Er gewährt ihnen, so gesehen, ein hohes Maß an Mitsprache, Mitgestaltung
und Mitverantwortung. Er fördert so die Selbstständigkeit seiner Spieler. Ihm ist darüber hinaus aber stets bewusst, dass er die
alleinige Verantwortung dem Verein gegenüber trägt.

3. Der Laissez-faire Stil
Der Trainer verhält sich in diesem Führungsstil eher passiv und übernimmt
keine Verantwortung. Er wird dadurch eher zum engagierten Zuschauer als
zum Beteiligten. Die Aufgaben, Ziele und Aktivitäten werden weitgehend ohne
den Trainer festgelegt. Mit anderen Worten, die Spieler haben die Freiheit,
über ihre Tätigkeit und Trainingsleistungen fast ausschließlich selbst zu
entscheiden. Dieser Führungsstil wird über kurz oder lang Konflikte innerhalb
der Mannschaft aufkommen lassen und verschärfen, und letztlich zu Problemen
führen. Um diese Situation zu vermeiden, müssen alle Inhalte der Trainertätigkeit
sinnvoll durchdacht, motivierend, abwechslungsreich, systematisch aufgebaut und wettkampfgerecht geplant sein. So wird den Spielern nicht der Eindruck
vermittelt, dass der Trainer nicht mehr `Herr des Geschehens` ist. Beide
Parteien würden mit der Zeit eine gewisse Unzufriedenheit verspüren, die
letztlich zu den zuvor beschriebenen Problemen führt.

4. Kombinierte Führungsstile
Keiner der genannten Führungsstile wird in seiner reinen Form vorkommen.
Es ist letztlich immer eine Kombination aus den verschiedenen Führungsstilen,
die Anwendung in der Praxis findet. In welchem Verhältnis die unterschiedlichen
Führungsstile zum Tragen kommen, hängt einerseits von der Persönlichkeit, dem Charakter und der `Vergangenheit` des Trainers ab, andererseits natürlich von der Mannschaft und den einzelnen Charakteren der Spieler.
Hier findet man häufig die Kombination von Verhalten als Autorität und autoritärem
Verhalten. Diese Form gründet sich häufig in der Unsicherheit desTrainers. Meistens spürt der Trainer sofort, ob sein Führungsstil die Mannschaft zur Mitarbeit und Leistungsbereitschaft motiviert oder nicht.
Es lassen sich im Sport aber auch vielfältige andere Variationen der Kombinationen
aus den drei grundlegenden Führungsstilen finden. Um positive Ergebnisse
zu bekommen, sind die folgenden Kriterien für eine erfolgreiche
Führung wichtig:

- Anerkennung der Trainer-Führung durch die Mannschaft
- Konstruktive Mitarbeit der Spieler
- Bekenntnis zu den Zielen und Aufgaben der Mannschaft
- Motivation in allen Bereichen

Die aufgeführten Kriterien sind wesentliche Merkmale einer erfolgreichen
Führung und sind nicht abhängig von den jeweiligen Kombinationen der
Führungsstile. Sie sind vielmehr eine Voraussetzung für die Anerkennung eines
Führungsstils.

12.10.2009 17:09:04 von geniusmaximus
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