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Ist das Sport ? „…..das Pferd hat nicht darum gebeten, geritten zu werden…..“ „Wir lieben Pferde - we love Horses !“ Auf fast allen Pferdesportveranstaltungen stolpert man über diesen Slogan. Ich habe einige große Reitturniere in Europa und Amerika besucht. Der Abreiteplatz während der großen Show war für mich oft interessanter als der Wettbewerb. Bei der Beobachtung auf dem Abreiteplatz sah ich leider viel Unschönes. Reiter, die mit Hilfe ihrer technologischen Überlegenheit jungen Pferden ihren Willen aufzwingen, sei es mit Maulsperren aus feinen, kaum sichtbaren Draht oder mit Twistergebissen. Dort kann man sogar fühlen, nicht nur bemerken, welch schreckliche Sachen nach Meinung mancher Reiter für einen Sieg „notwendig“ sind und wie teuer ihnen der Zuschauerbeifall ist. Damit treten sie das Vertrauen der Pferde mit Füßen und werden nie mehr eines erhalten. Das Pferd reagiert nur mit Schmerz und Angst. Da für die Pferde Zeit relativ ist und sie keinen Zeitdruck kennen, sollte man ihnen die Zeit schenken, die sie brauchen und somit das Vertrauen aufbauen, das so wichtig ist für jeden dauerhaften Erfolg. Schließlich hat das Pferd nicht darum gebeten, geritten zu werden, sondern wir wollen es reiten. Leider kann man hierzulande und anderswo sein Pferd ungestraft unter dem naiven Beifall der Zuschauer zuschanden reiten. „Hilfen“ werden diese Maßnahmen genannt - aber mit Hilfen hat dies, worüber ich spreche, nichts zu tun. Das Wort Hilfen mag angehen, wenn man es als Synonym gebraucht für Zeichensprache- Hilfsmittel zur Überbrückung einer Kommunikationslücke. Die Einwirkung, die man Mittels Hilfszügeln, Drahttiedowns, Sporen und scharfen Kandaren auf die Pferde ausübt, sind in meinen Augen reine Tierquälerei und zeigt mal wieder, dass der Mensch allein sich als Krone der Schöpfung betrachtet. Eine einfache Wahrheit, die so unendlich kompliziert ist, denn sie verlangt vom Gewohnheitstier Mensch einen fundamentalen Perspektivwechsel in der Betrachtung und wichtiger noch in der Behandlung der Geschöpfe, mit denen wir leben, und von denen wir leben. Ohne diesen Perspektivwechsel und die daraus notwendigen moralischen Konsequenzen werden wir auf der Stelle treten und seelisch geschundene und psychisch ausgebrannte Tiere, in diesem Fall Pferde, hinterlassen. Bedenke man nur noch folgende Tatsache, wir haben es hier mit einen Tier zu tun, das vermutlich schon alle diese Lektionen, die wir ihm aufzwingen wollen, bereits übte, als wir ihm dabei von den Bäumen herab zuschauten. Etwas mehr Respekt und Achtung wären hier wohl nicht zu viel verlangt. Wir alle, die wir uns Pferdeliebhaber nennen, können etwas unternehmen, anstatt gelassen darüber hinweg zu schauen. Man rettet das Pferd nicht, wenn man schweigend am Abreiteplatz den Torturen zuschaut und dann auch noch das Turnierergebnis beklatscht. Meist schwankt der Mensch zwischen schrecklicher Vermenschlichung und schrecklicher Verheizung der Tiere aus Unwissenheit, aus mangelndem Einfühlungsvermögen. Oder ist es reine Profitsucht ? Mit diesem Wissen sehe ich plötzlich unsere „Arenagötter“ ohne Nimbus, lese über ihre Pferdegeschäfte, ihre Siege und denke: Ist dies Sport ? Magda Dysli http://www.dysli-reitzentrum.de www.dysli-riding-vacations.com
| | | 19.01.2009 13:26:36 von |
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