Datum: 21.05.2012, 15:24:46 Uhr 
 
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Frust bei der Behandlung von Haarausfall

Es gibt wenige Erkrankungen, die so frustrierend sein können wie die Behandlung der Alopezie. Haarausfall tötet nicht, aber er trifft den Menschen tief in seine Psyche. Aber wenn auch ein ganzes Bündel voller Produkte ihm verspricht, dass der Jugendliche Haar wuchs in mehr oder weniger kurzer Zeit wieder hergestellt werde, so sieht die Realität leider anders aus. Haarausfall ist weiterhin ein echtes medizinisches Problem, wo schon ein kleiner Erfolg ein wichtiger Schritt ist.

Woran liegt das? Auch wenn die Industrie und die Wissenschaft sich intensiv bemühen, so sind doch auch heute noch wesentliche Mechanismen von Haarwuchs und Haarausfall unbekannt. Mehr als 100.000 Haare wachsen auf dem Kopf eines Menschen. Jedes Haar besitzt eine eigene Haarwurzel, und ist ein eigener fast völlig autonomer Körper. Alle diese Haare werden jedoch wie in einem Orchester durch Hormone und Botenstoffe in ihrem Wachstum gesteuert. Um den Körper zu schützen, hat sich die Natur ein raffiniertes Zusammenspiel von Haarwachstum und Haarausfall einfallen lassen. Denn der natürliche Pelz - von dem wir mit unseren Haaren nur noch einen Rest besitzen - erneuert sich regelmäßig. Haare wachsen in der sogenannten Anagen-Phase für einen Zeitraum von etwa 2-5 Jahren. Über mehrere Wochen bleiben sie dann in einer Ruhephase, bevor sie beginnen auszufallen. Jedes Haar auf dem menschlichen Körper macht dies in seinem eigenen persönlichen Rhythmus, so dass der Vorgang normalerweise völlig im Verborgenen bleibt.

Und in der Tat spricht man es dann von Haarausfall, wenn die Zahl der ausfallenden Haare größer ist als die Zahl der nachwachsenden Haare. Es ist also nicht der Vorgang des Haarausfalls an sich der zur Glatze führt, sondern sein Umfang. Warum und wieso nun sich das Verhältnis von nachwachsenden zu ausfallen Haaren verändert, ist bisher nur in Teilen bekannt. Eine ganz wichtige Rolle spielen dabei die männlichen Geschlechtshormonen, im übrigen auch bei der Frau. Interessanterweise ist es ein Überangebot an männlichen Geschlechtshormonen, was kombiniert mit einer übermäßige Empfindlichkeit der Haarwurzel gegen diese Hormone den eigentlichen Auswahlprozess auslöst.

Die Glatze ist also ein Zeichen einer übermäßige Männlichkeit, auch wenn dies erst mal überraschen mag. Die Pharmaindustrie hat schon vor geraumer Zeit Wirkstoffe entwickelt, die versuchen diese Hormonwirkung abzumildern. In der Tat ist mit dem Wirkstoff Finasterid bei einem Teil der betroffenen Männer eine Verbesserung der Situation zu erreichen. Allerdings, und hier zeigen sich die Grenzen des bisher Bekannten, funktioniert Finasterid eben nur bei einem Teil der Männer, bei vielen Männern gibt es nur eine geringe oder auch gar keine Wirkung zu sehen.

Frauen stehen hier vor einem noch größeren Problem, weil bei ihnen dieser bewährte Wirkstoff nicht eingesetzt werden kann, weil er im geschlechtsfähigen Alter möglicherweise den Fötus schädigen kann. Bei Frauen kommen dagegen weitere Hormone zu Anwendung, wie sie in manchen Kontrazeptiva enthalten sind. Aber auch hier zeigt sich die Wirkung erst nach vielen Monaten, und bleibt in vielen Fällen trotz hoher Hormondosen unbefriedigend.

Für Männer besteht wenigstens noch die Hoffnung, mit einer Haartransplantation das gewünschte Äußere wie der herzustellen. Bei der Haarverpflanzung werden die Haare ähnlich wie Blumen von behaarten Bereichen des Kopfes auf die kahlen Stellen verpflanzt. Das Haar wächst an der neuen Stelle ungestört weiter, während die Entnahmestelle durch das reichlich vorhandene Haar an diesen Regionen überdeckt wird. Moderne Techniken wie besondere Mikroskope erlauben eine sehr gezielte Operationstechnik. Leider ist eine Haartransplantation sehr aufwändig und daher mit hohen Kosten verbunden. Im Gegenzug erlauben Sie aber, praktisch über Nacht das ursprüngliche Aussehen des Menschen wieder herzustellen.


18.02.2009 11:02:28 von alopezie
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