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Artikel » Kunst & Kultur Buran ist angekommen |
Mit Großexponaten wie einer russischen Buran-Raumfähre und jetzt dem Trainingsmodul des in Deutschland entwickelten Spacelab wird das Technik Museum Speyer zu einem Anziehungspunkt für Raumfahrt-Interessierte. In dieser Woche erfolgt der Transport des neuen Exponats über Deutschlands (Wasser)-Straßen.
Die kleine Domstadt Speyer am Rhein rüstet sich für das Weltall. Nein, weder der Oberbürgermeister des 50.000-Einwohner-Städtchens noch der hiesige Kirchenpräsident werden auf den Mond geschossen, vielmehr bekommt das Technik Museum ein weiteres, weit gereistes Exponat: ein Spacelab. Im September hat es die Stadt per Boot über den Rhein erreicht. Um seit dem 3. Oktober die neue Ausstellung zum Thema Raumfahrt zu bereichern. Dort steht übrigens auch die Buran, das russische Pendant zu den amerikanischen Spaceshuttles (Raumfähren). Die Buran, ein so genannter Raumgleiter, wurde im April nach langer Zeit in der Wüste in die Pfalz transportiert. Das mediale Interesse war damals groß. Heuer scheint die Aufmerksamkeit geringer, doch handelt es sich bei besagtem Spacelab um ein nicht weniger interessantes Exponat. Das Spacelab wurde in den Siebziger Jahren in Deutschland entwickelt und gebaut. Ziel war ein flexibel einsetzbares Labor mit Druckkabine und Außenbereich, das im Laderaum amerikanischer Raumfähren für Zeiträume bis zu zwei Wochen zum Einsatz kommt. Dieses Ziel wurde auch erreicht. Aus den ursprünglich geplanten 50 Einsätzen ist aus Kostengründen und politischen Erwägungen und nicht zuletzt den Problemen mit dem Spaceshuttle dann aber leider nichts geworden. Auch die deutsche Raumfahrt konnte nicht wie gewünscht von der Entwicklung des Labors profitieren. Dr. Niklas Reinke und Andreas Schütz vom DLR schreiben dazu: „Über die im Memorandum of Understanding festgeschriebene europäische Beteiligung beim Erstflug des Raumlabors hinaus konnte der weitere Zugriff Deutschlands auf das System nicht vertraglich gesichert werden, ebenso wenig wie der Zugriff auf sich eventuell aus Experimenten ergebende wirtschaftliche Anwendungen.“ Für weitere deutsche und europäische Forschungsmissionen musste ordentlich gezahlt werden. Insgesamt absolvierten Druckmodule des Spacelab 16 Einsätze mit 110 beteiligten Raumfahrern. Spacelab-Paletten wurden häufiger genutzt. Technisch gesehen war das Spacelab allerdings sehr gut. Es war so ausgelegt, dass es innerhalb einer Woche für den nächsten Einsatz umgebaut und überprüft werden konnte. Die Konfiguration konnte ein oder zwei Druckmodule und mehrere Paletten umfassen. Der Innenraum wurde mit einzelnen Forschungs- oder Versorgungseinheiten versehen, die den heutigen Racks in der ISS entsprachen. Anschlüsse für Energie, Kühlung oder Steuerungen waren sinnvoll verlegt. Obendrein bot die weite Röhre ein angenehmes Arbeitsumfeld. Für die deutsche und europäische Raumfahrtindustrie war Spacelab in erster Linie der Einstieg in die Fertigung und Verwendung großer Raumfahrtapparate und eine wichtige Voraussetzung für die heutigen Höhepunkte: das ISS-Modul Columbus und den Frachtzubringer ATV. Nun machte sich also das Trainingsmodul des Spacelab auf den Weg ins Technik Museum Speyer. Hier gesellte es sich zu einer Vielzahl weiterer Großexponate aus dem Bereich Luft- und Raumfahrt und wird die Attraktivität des Standortes weiter erhöhen. Übrigens, der Oberbürgermeister freut sich schon auf die neue Ausstellung. Er hat keine Angst.[url=http://domain.tld/]
| | | 24.10.2008 16:32:59 von |
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