Datum: 21.05.2012, 14:45:23 Uhr 
 
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Die Brautentführung, ein etwas zweifelhafter Hochzeitsbrauch

Rund um die Hochzeit und der Hochzeitsfeier haben sich im Laufe der Jahrhunderte viele verschiedene Bräuche entwickelt, die sich regional oft sehr unterscheiden.
Viele dieser Bräuche haben einen symbolischen Charakter und sind mit guten Wünschen für den Verlauf der ehelichen Beziehung des Hochzeitspaares verbunden. Solche Bräuche sind für den Verlauf einer Hochzeitsfeier dann zumeist sehr förderlich und sorgen für eine angenehme Stimmung.
Es gibt jedoch auch Hochzeitsbräuche, die sich bezüglich des Ablaufen einer Hochzeitsfeier als störend erweisen können und einer positiven Stimmung oft abträglich sind.

So wurde hauptsächlich im norddeutschem Raum vor allem in der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg bis weit in die 80er Jahre im Verlaufe einer Hochzeitsfeier der Brauch der "Brautentführung" celebriert. Der Sinn, der in diesen Brauch hinein interpretiert wurde, war, dass der Bräutigam noch einmal beweisen sollte, dass er es Wert war, die jeweilige Braut zu ehelichen.

Die "Brautentführung" lief (und läuft) zumeist wie folgt ab:
Im Laufe der Hochzeitsfeier beschließen einige Hochzeitsgäste zumeist spontan und unter Alkoholeinfluß, die Braut zu entführen. Die Braut wird dann so unauffällig wie möglich geschnappt und muß zusammen mit den Entführern die Hochzeitsfeier verlassen.
In den meisten Fällen wird die Braut in eine nahe gelegene Kneipe, Diskothek oder Bar verbracht, wo die Entführer und die Braut dann zusammen darauf warten, dass der Bräutigam sie findet. Hat der Bräutigam seine Braut dann gefunden, muß er sie noch auslösen, indem er in der jeweiligen Kneipe oder Diskothek eine Getränkerunde für die Entführer spendiert.
Auf diese Weise soll der Bräutigam dann zeigen, dass ihm die Braut so viel bedeutet, dass er bereit ist, sie, ggf. über einen längeren Zeitraum hinweg, zu suchen und zudem auch noch gewillt ist, für ihre Auslösung zu zahlen.

Der Brauch der "Brautentführung" wird heute nur noch selten praktiziert, da sich gezeigt hat, dass dieser Brauch wohl hauptsächlich aus egoistischen Motiven der Entführer begangen wird.
Die Entführer wollen letztlich nur ihren Spaß und ein paar kostenlose Getränke, die ihnen auf der eigentlichen Hochzeitsfeier ohnehin in reichlichem Ausmaße zu Verfügung stehen.
Unter diesem Spaß, den die Entführer durch ihre Aktion zweifelsohne haben, müssen normalerweise jedoch alle anderen Beteiligten leiden, denn eine Hochzeitsfeier ohne Braut und ohne Bräutigam, der seine Braut schließlich suchen muß, verliert für die verbliebenen Gäste natürlich ihren Reiz.
Die Stimmung auf der Hochzeitsfeier ist dann oft etwas gedämpft, so dass einige Gäste die Feier vorzeitig verlassen. Einigen Beteiligten der Hochzeitsfeier wird auch die Möglichkeit geraubt, selber nette Aktionen auf der Hochzeitsfeier durchzuführen. So wird jemand, der in langwieriger Arbeit ein Gedicht für die Hochzeit verfaßt hat, dass er dem Hochzeitspaar auf der Feier vortragen wollte, sicher sehr enttäuscht sein, wenn ihm diese Möglichkeit, bedingt durch die Entführung der Braut, genommen wird.

Aus diesen Gründen ist es auch nicht schlimm, wenn ein Hochzeitsbrauch, wie die "Brautentführung", aussterben sollte.
Es gibt im Rahmen einer Hochzeit sicher viele andere Möglichkeiten, Spaß zu haben, die sich weniger störend auf den Verlauf der Hochzeitsfeier auswirken und sich im günstigen Falle als Bereicherung für eine Hochzeitsfeier erweisen.
Wer etwas Nettes und Positives auf einer Hochzeitsfeier beitragen will, der sollte etwas mehr Kreativität beweisen und ggf. etwas zu Hochzeitsfeier beitragen, von dem alle Hochzeitsgäste und vor allem das Hochzeitspaar wirklich etwas haben.


Günter Dehne
Geburtstag & Geschenke-Portal

04.12.2007 09:48:54 von gdehne
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