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Produktinnovation bei den Netzbetreibern

Kaum ein Markt hat sich in den letzten Jahren so vielen Wandlungen unterzogen, wie der Mobilfunkmarkt. Längst vorbei sind die Zeiten, in denen die Netzbetreiber lediglich Telefonie-Tarife in Verbindung mit zugehörigen Handys vermarkteten. Die Produktportfolios haben sich stattdessen maßgeblich ausgeweitet. Welche Entwicklungen der Mobilfunkmarkt derzeit durchläuft, und welche Anbieter Pionierarbeit leisten bzw. leisteten, soll im Folgenden näher beleuchtet werden.

Eine weitreichende Entwicklung ist im Bereich der Tarifsysteme bereits seit Jahren erkennbar. Während zur Jahrtausendwende noch fast ausschließlich Handytarife mit fixen Grundgebühren und davon abhängigen Minutenpreisen offeriert wurden, führten die Netzbetreiber nach und nach sogenannte Pakettarife ein. Diese stellen dem Kunden für einen bestimmten monatlichen Festpreis ein entsprechendes Kontingent an Freiminuten zur Verfügung; je höher dabei der Paketpreise, desto umfangreicher fallen auch die Inklusivleistungen aus. Die Grundpakete sind anschließend mit einer Vielzahl Erweiterungen kombinierbar, beispielsweise SMS- oder Daten-Paketen.
Mittlerweile werden zudem auch sogenannte Angebote mit Handy Flatrate angeboten, also Tarife, bei denen bestimmte Leistungen komplett kostenlos sind. Den Anfang machte hier E-Plus mit den Base-Tarifen, welche für einen bestimmten monatlichen Fixpreis kostenlose Gespräche ins eigene Netz beinhalteten. O2, T-Mobile und zuletzt Vodafone sind mittlerweile auf den Flatrate-Zug aufgesprungen; teilweise vermarkten sie die Tarife aber zu wesentlich höheren Preisen. Der Grund: Flatrates bedeuten stagnierende Umsätze. Dass die Tarife überhaupt angeboten werden, dient in erster Linie dazu, dass man überhaupt solche aufweisen kann und somit zumindest auf den ersten Blick konkurrenzfähig bleibt.

Eine weitere Entwicklung lässt sich im Bereich der Daten-Dienste erkennen. Seit der Einführung von UMTS ist dieses Geschäftsfeld massiv gewachsen. Im Rahmen von HSDPA, welches je nach Standort Download-Geschwindigkeiten von bis zu 7,2 mbit/s ermöglicht, wird mobilfunkbasiertes Internet erstmals zu einer ernst zu nehmenden Konkurrenz für DSL. Allerdings schrecken die Tarife oftmals ab: hier werden für wenig Inklusivleistung einfache zu hohe Nutzungsentgelte gefordert.
Allerdings bieten O2 und E-Plus mittlerweile Flatrates für unbegrenztes Surfen zu akzeptablen Preisen. Das Problem: Beide Netzbetreiber können kein gut ausgebautes UMTS-Netz vorweisen. Über ein solches verfügen lediglich T-Mobile und allen voran Vodafone; diese bieten aber verhältnismäßig teure Datentarife an.

Die aktuellste bedeutende Entwicklung lässt sich im Bereich sogenannter Festnetz-Dienstleistungen ausfindig machen. Denn: Die Mobilfunkanbieter beschränken sich längst nicht mehr auf ihren eigenen Markt, sondern erweitern ihr Produktportfolio um Festnetz- und Internetanschlüsse. Ausgangspunkt hierfür ist in gewisser Weise O2s Homezone gewesen, die erstmals Mobilfunk- und Festnetztelefonie vereinen sollte. Auf Basis dieser Idee boten die Netzbetreiber zunehmend Tarifoptionen zum Handyvertrag an, die günstige Festnetztelefonie mit dem Handy in vorher festgelegten Bereichen ermöglichte. Lediglich T-Mobile war hier außen vor, da sich die Telekom nicht die eigenen Festnetzkunden wegnehmen wollte. Diese Entwicklung gipfelte jüngst in den Zusammenarbeiten von Vodafone mit Arcor bzw. O2 mit Telefonica, welche dem Ziel dienten, „reine“ Festnetz- und Internetanschlüsse anbieten zu können.



29.04.2008 16:16:04 von EsKa
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