Das menschliche Kniegelenk ist nahezu ein kleines Wunderwerk. Es trägt einen Grossteil des Körpergewichtes und trägt massgeblich zur Stabilisierung des Rumpfes beim Stehen und Gehen bei, welches durch seinen komplexen Aufbau von Gelenkflächen und Bändern und der physikalischen Wechselwirkung vor allen mit den Muskeln des Oberschenkels bewerkstelligt wird. Hinzu kommt der relativ grosse Bewegungsumfang, den das Kniegelenk sowohl alleine durch Beugung und Streckung, als auch kombiniert mit dem Hüftgelenk bei komplexeren Bewegungsabläufen bewerkstelligt.Mit fortlaufendem Alter und dem Lebensstil des Menschen, bei dem vor allem die Kniegelenke stark belastet werden, kann es aber passieren, dass die degenerativen Veränderungen im Knie irgendwann so stark fortgeschritten sind, dass konventionelle Therapiemöglichkeiten allein zur Beschwerdelinderung bzw. Beschwerdefreiheit des Patienten nicht mehr ausreichen. Sportverletzungen wie beispielsweise ein Kreuzbandriss kann zu einer möglichen chronischen Instabilität und auch damit zu vorzeitiger Abnutzung des Gelenkes führen. Auch einschneidende Ereignisse wie beispielsweise ein Autounfall können mitunter zu schwerwiegenden Schäden bis hin zu völliger Zerstörung des Kniegelenkes führen. Viele dieser Zustände führen zu Schmerzen und unter Umständen auch zu einer massiven Einschränkung der Lebensqualität.
Reichen konventionelle Therapiemöglichkeiten allein zur Beschwerdelinderung bzw. Beschwerdefreiheit des Patienten nicht mehr aus, werden dann häufig operative Therapieoptionen in Betracht gezogen. Gerissene Kreuzbänder werden heutzutage durch eine sogenannte Kreuzbandplastik ersetzt. Hierbei werden mittlerweile autologe, d.h. patienteneigene Sehnenimplantate genutzt. Beispiele sind hier eine Teilnutzung der Patellasehne, sowie der Einsatz von Sehnen des Semitendinosus- und des Gracilismuskels, welche sich beide am Oberschenkel befinden. Während bis vor einigen Jahren große Schnitte am Kniegelenk gemacht werden mussten, kann eine Kreuzbandplastik mittlerweile mithilfe einer Kniearthroskopie durchgeführt werden. Die Nachsorge einer solchen Kreuzband OP beinhaltet in der Regel die Anpassung einer entsprechenden Schiene, kombiniert mit Physiotherapie und Muskeltraining unter Teil-oder Vollbelastung, je nach Art der Kreuzbandplastik bzw. postoperativer Dauer.
Je nach Diagnose bzw. Zustand des Kniegelenkes kommen sogenannte Endoprothesen zum Einsatz. Dies können Teilprothesen wie unikondyläre und bikondyläre Oberflächenersatz-Formen sein. Ein andere Variante ist die sogenannte Totalendoprothese (TEP), bei der das komplette Kniegelenk ersetzt wird. Die Operation erfolgt dabei in Vollnarkose des Patienten.
Viele Krankenhäuser und auch orthopädische Praxen bieten mittlerweile auch Videos über die verschiedenen Knieprotheseformen bzw. Kreuzbandplastiken, sowie dem jeweiligen Operationsablauf an. Neben dem eingehenden Gespräch mit dem Operateur kann sich der Patient auf diese Weise noch genauere Informationen über die anstehende Operation einholen.