Datum: 09.02.2012, 06:15:18 Uhr 
 
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Woher kommen die hohen Tagesgeld Zinsen?

Die Zeiten für festverzinsliche Geldanlagen sind eigentlich schlecht, bei einem EZB Leitzins von nur noch 2,00 Prozent und Vorzeichen für weitere Zinssenkungen, haben natürlich auch die Sparkassen und Banken ihre Zinsen für Geldanlagen dementsprechend angepasst. Sparkassen waren ja ohnehin noch nie für ihre besonders hohen Zinsen auf Tagesgeld- und Festgeldanlagen bekannt, doch viele Banken, darunter auch große Filialbanken konnten lange Zeit mit attraktiven Renditen locken. Diese Zeiten scheinen nun aber vorbei, wären da nicht gewisse Direktbanken, die sich von derlei Zinssenkungen einfach nicht beeindrucken lassen. Noch immer gibt es reichlich Angebote mit Tagesgeld Zinsen von vier Prozent und mehr, doch wie ist das möglich?

Im Normalfalls versorgt sich eine Bank entweder über die Zentralbank oder über andere Banken mit Liquidität, die dafür anfallenden Zinsen werden durch den so genannten Euribor bestimmt, welcher sich wiederum mehr oder weniger eng nach dem Leitzins der Europäischen Zentralbank richtet. In Zeiten wie diesen wird aber nicht mehr jeder großen Bank und auch nicht jedem großen Konzern eine hohe Kreditwürdigkeit zugestanden. Daher müssen immer mehr Banken und Unternehmen Risikoaufschläge zahlen, die Kredite werden für sie also teurer, wenn sie denn überhaupt Kredite in der nötigen Höhe erhalten.

In einer solchen Situation ist es für solche Institute plötzlich rentabel Privatanlegern deutlich höhere Tagesgeldzinsen zu zahlen, als es eigentlich üblich wäre, einfach um auf diesem Wege frisches Kapital aufnehmen zu können. Man muss also beachten, dass eine Geldanlage in Tagesgeld oder Festgeld im Grunde nichts anderes ist als ein Kredit, den man der jeweiligen Bank gewährt. Im Gegensatz zu einer anderen Bank, die bei einem millionenschweren Kredit das Risiko eines Ausfalls tragen muss, ist der Privatanleger auf der sicheren Seite. Einlagen auf einem Tagesgeldkonto bei einer deutschen Bank sind durch den staatlichen und ggf. auch noch durch einen zusätzlichen privaten Einlagensicherungsfonds der deutschen Banken geschützt. Hier greift die Absicherung bei großen deutschen Banken meist in den Millionenbereich pro Anleger, also Summen, die Privatanleger sicher nur in den wenigsten Fällen betreffen wird.

Da verwundert es auch nicht, dass gerade die Bankhäuser der großen deutschen Automobilhersteller mit besonders hohen Zinsen locken. Gerade ihnen wird es in der aktuell schwierigen Lage in der Automobilindustrie nicht leicht fallen günstige Kredit zu bekommen. So lohnt es sich für sie Privatanlegern vier Prozent und mehr für Tagesgeld und Festgeldanlagen zu bieten. Ein solches Hochzinsangebot stammt zum Beispiel von der Volkswagen Bank. Auf dem VW Bank Tagesgeldkonto erhalten Anleger aktuell 4,00 Prozent Zinsen pro Jahr, die Zinsen werden dabei aber am Ende jeden Monats gutgeschrieben und können so im Laufe des Jahres noch Zinseszinsen erwirtschaften.

Wie lange es solche Angebote noch geben wird ist aber fraglich, da in den nächsten Wochen und Monaten mit weiteren Zinssenkungen der EZB zu rechnen ist, was natürlich auch auf das allgemeine Zinsniveau bei Geldanlagen durchschlagen wird.

10.02.2009 20:10:32 von netnut
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