Honig, würzig, fruchtig, schokoladig oder salzig. Die Geschmacksvielfalt von Whisky überrascht selbst mich als Kenner immer wieder aufs neue. Worauf ist das zurück zu führen? Bei oberflächlicher Betrachtung könnte man meinen, es liegt vielleicht an den unzähligen Whisky-Brennereien die heute auf fast jedem Kontinent der Erde zu finden sind. Das ist sogar teilweise richtig, jedoch rührt der Großteil des unverwechselbaren Geschmacks aus der Region.Am Beispiel des Schottischen Whiskys wird dieses recht deutlich. Schottland besteht aus fünf Regionen die für ihren Whisky bekannt sind, hinzu kommen die fünf Inseln Jura, Mull, Orkney, Skye und Arran.
Die Meisten Brennereien sind in Speyside (48 Brennereien) und in den Highlands (25 Brennereien), danach folgen die Lowlands, Islay und Campbeltown mit einer überschaubaren Anzahl an Brennereien.
Man könnte meinen, da Schottland zu den kleineren Ländern zählt, dass die Whiskys aus den verschiedenen Regionen jeweils zu einer Geschmacksrichtung tendieren, doch selbst das ist nicht der Fall. In jede Region werden wiederum eine Vielzahl von sehr unterschiedlichen Whiskys produziert.
Geschmacksfaktoren bei Whisky
Der Whisky der Inseln ist einheitlich von einem leichten Salzgeschmack geprägt, wofür die Seeluft verantwortlich ist. Doch die anderen Geschmäcker sind sehr unterschiedlich. Die Noten von Torf, Rauch und Gewürzen sind von Brennerei zu Brennerei verschieden.
Auf den Inseln ist die Brennerei Talisker wohl die Bekannteste, der hier produzierte Whisky ist bei seinen Liebhabern für seine leichten rauchigen Aromen und etwas stärkeren Pfeffer Noten unübertroffen.Der Whisky aus dem südlichsten Gebiet Schottlands, den Lowlands, ist in der Regel etwas sanfter im Geschmack. In den Lowlands wird der Whisky drei mal gebrannt, statt wie im Rest von Schottland zwei mal. Auch der Verzicht auf Torf beim Dörrprozess wirkt sich meiner Meinung nach sehr positiv auf den Geschmack aus. Der Whisky ist sanft und schön hell in der Farbe.
Whisky von der Insel Islay („Eila“ gesorochen) bildet das Gegenstück zum Lowlands Whisky. Auf Islay wird sehr stark getorft, was sich in einem kräftigen Geschmack bemerkbar macht. Die Seeluft sorgt für leichte Noten von Meersalz und See. Bowemore und Laphroaig sind die wohl bekanntesten Hersteller dieser Region.
Welches Getränk kann bei dieser Geschmacksvielfalt schon mithalten? Synthetisch hergestellte Spirituosen jedenfalls nicht. Vielleicht der Champagner oder der Wein, den der Geschmack dieser Spirituosen wird auch zu großen Teilen von den Klimatischen Bedingungen des Anbaugebiets beeinflusst.