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Das Internet ändert unsere Verhaltensweisen und unser Denken

Das Internet gewinnt immer mehr an Bedeutung bei vielen Menschen.
Für Studierende gehört das Internet mittlerweile zum Alltag. An den Universitäten läuft ohne Internet nichts. Das Internet wird dort hauptssächlich für Kommunikation, Recherche und soziale Interaktion eingesetzt.
Eine amerikanische Studie zeigt, dass auch für den Durchschnittsbürger, für fast 65 % der Befragten das Internet wichtiger ist wie ein Fernseher, eine Einkaufstour oder eine Mitgliedschaft in einem Fitnessclub. Sogar auf Sex würden 46 % der Frauen und 30 % der Männer zugunsten des Internets für zwei Wochen verzichten.
Durch das bereitgestellte Wissen im Internet besteht die Möglichkeit Behauptungen von Wissenschaftlern, Polikern, Journalisten etc. zu hinterfragen. Damit werden immer häufiger die Autoritäten in Zweifel gezogen.
Aber auch durch Trennung von Dateneingabe und Suchergebnis, praktisch das annonyme Internet, verliert die Person bzw. die Quelle jegliche Autorität. Die Möglichkeit folgerichtige Schlüsse aufgrund der Person/Quelle zu schließen fällt vollkommen weg. Diese Tatsache begünstig u.a. Manipulationen der Internetnutzer.
Diese Entwicklung führt, nach einer These der Medienwissenschaftler Marshall und McLuhan aus den 60er Jahren, immer weiter zu einer neuen Art des Denkens. Es wird nicht mehr nach einem guten Argument sondern nach dem Nutzen eines Mediums gesucht. Vor allem lange Texte werden dadurch kaum noch beachtet. Nicht selten werden Texte nur noch überflogen, die Gedanken schweifen ab und der Leser verliert im schlimmsten Fall komplett den Faden. Das Gehirn ist das schnelle Medium Internet mit seinen komprimierten Informationen gewöhnt und weigert sich daher eine größere Menge an Informationen aus nur einer Quelle aufzunehmen. Durch die ständige Nutzung des Internets wird diese Entwicklung nur noch weiter vorangetrieben.

Auch die Kommunikation in Unternehmen, ob nun intern zwischen den Mitarbeitern oder extern zum Kunden, passt sich fast zwanghaft dieser Entwicklung an. Umständlich dargestellte Informationen werden nach einer kurzen Zeitspanne schon nicht mehr wahrgenommen. Die hohe Nutzung des Internets verkürzt die Konzentrationsphasen des Gehirns. Durch diese punktuelle und zeitlich begrenzte Konzentration erwartet der Verstand Informationen auch verbal auf die gleiche Weise präsentiert zu bekommen, wie er es über das Internet gewohnt ist. Gesprächspartner, die zu lange brauchen um ihre Botschaft herüberzubringen, werden dadurch bereits nach kurzer Zeit nicht mehr aufmerksam wahrgenommen.

Die Art des Denkens gleicht nicht mehr dem Eintauchen in ein Meer von Worten sondern mehr dem Springen von Welle zu Welle. Es findet in einer Art Stakkato statt - mehrere Quellen werden gleichzeitig herangezogen und betrachtet. Das Denken wird dadurch zwar breiter, gleichzeitig aber auch flacher. Kurze Texte wie zum Beispiel Mobilfunknachrichten, Twitter-Nachrichten oder RSS-Feeds treiben diese Entwicklung noch weiter voran. Informationen können auf maximal 160 Zeichen ausgebreitet werden. Das prägt den Kommunikationsstil und unterstützt zugleich die These der steigenden Umsätze der Telefongesellschaften auf Grund von SMS.

Der Kommunikationsstil wird nicht nur durch die bereits erwähnten Tatsachen beeinflusst, sondern auch durch die zunehmende Nutzung der Suchmaschinen. Dadurch gewinnt die Suchmaschinen-Optimierung enorme Bedeutung. Inhalte werden an die Algorithmen der Suchmaschinen angepasst um so auf den ersten Plätzen der Suchergebnisse zu erscheinen. So ist gewährleistet, dass die komprimierten Informationen auch den eiligen User erreichen.


03.01.2009 17:40:26 von Internetscout
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