Wenn die 65 Lebensjahren erreicht sind, ist für die meisten Menschen die Zeit für den Ruhestand gekommen. Was allerdings oft damit verbunden ist, ist weniger die Ruhe als die Unruhe. Wer vorher viele Stunden am Tag mit einer Beschäftigung verbracht hat, tut sich manchmal schwer damit, plötzlich keine konkreten Aufgaben mehr zu haben und nicht mehr gebraucht zu werden. In einigen Fällen leidet sogar der häusliche Frieden unter der Situation, die sehr unzufriedenstellend sein kann. Dabei haben Senioren durchaus eine ganze Menge zu bieten.Die Lebenserfahrung von Rentern und Senioren sollte dabei nicht in Vergessenheit geraten. In älteren Gesellschaftsformen hatten ältere Menschen die Rolle von Ratgebern, den Hauch von Weisheit, sie fanden sich in richterlichen oder heilenden Tätigkeiten und wurden geachtet und sogar verehrt. Der Erfahrungsschatz eines langen Lebens hatte also einen hohen Stellenwert. Auch wenn das heute nicht mehr allzu populär klingt, es gibt durchaus Menschen und Organisationen, die diesen Erfahrungsschatz zu schätzen wissen. Die sechzig- bis siebzigjährigen Rentner unserer Generation sind deshalb in vielen Organisationen ehrenamtlich tätig und bringen Ihre Lebens- und Berufserfahrung meist in gemeinnützige Aufgabengebiete ein.
Es gibt zahlreiche Vereine jeder Art. Wer sich ehrenamtlich engagieren will, sollte keine Schwierigkeiten haben, ein Ehrenamt zu finden, dass er oder sie bekleiden kann. Die Aufgaben sind vielfältig; von Verwaltungsaufgaben bis hin zur Repräsentation eines Vereines gibt es vielfältige Aufgabengebiete. Das kann vor Erreichen der Altersgrenze für die Rente für viele Arbeitnehmer der Generation 50+ auch ein Weg sein, neue Fähigkeiten zu entwickeln und zu erproben. Warum nicht die Webseite für einen Verein unentgeltlich entwerfen und umsetzen? Die gemachten Erfahrungen und Erkenntnisse können auch im Berufsleben eingesetzt werden und können helfen, den Arbeitsplatz zu sichern oder im schlimmsten Falle auch einen neuen Arbeitsplatz zu finden.
Sinnvoll ist es, sich vorher über einen Verein oder eine Organisation zu informieren und/oder einfach erst einmal mitzumachen. Als Rentner hat man meist genügend Zeit, sich umzusehen und mit den Themengebieten einer gemeinnützigen Organisation zu beschäftigen. Es muss nicht gleich ein grosses Ehrenamt sein – auch ein paar Stunden pro Woche können schon ausreichen, um sich wieder besser zu fühlen und die Lücke zu schliessen, die der Ruhestand mit sich gebracht hat.
Autor/in: Andrea Delp
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