Datum: 09.02.2012, 05:54:07 Uhr 
 
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Möbeltrends: Nüchtern und trotzdem schick!

In den vergangenen Jahren haben die Möbeltrends eindeutig den rationalen Weg eingeschlagen. Minimalistisch und eher schlicht ist die Formgebung – praktisch ohne viel Klimbim sollen die guten Stücke sein. Die Welt titelt schon: „Schlechte Zeiten sorgen für karge Möbel“. Das 'karg' aber nicht gleich 'schlecht' bedeutet, beweisen die Gewinner der 'Red Dot Awards''Red Dot Awards' in der Kategorie Wohnen und Schlafen. Die Designer mit den sachlichen Entwürfen belegten die besten Plätze!

Die vier „Best of the Best“ sind vor allem eines: auffällig unauffällig. Statt mit ausgefallenen Mustern überrascht der Batou Dekorationsstoff mit einem zarten Transparentgewebe, dessen dünne Streifenoptik erst so richtig zur Geltung kommt, wenn das Sonnenlicht durchschimmert. Auch der schlichte Holzstuhl ist wieder salonfähig. Die beiden Stühle von Orizuru und Houdini zeigen, dass die Form darüber entscheidet, ob die Sitzgelegenheit zum Hingucker in der Küche wird oder nicht. Auf dekorative Auslassungen in der Lehne oder Verzierungen der Stuhlbeine wurde verzichtet, stattdessen sehen die beiden Designerstücke aus wie aus einem Stück gegossen. Die Lackierungen lassen kaum erahnen welches Grundmaterial heir verarbeitet wurde. Die Verwendung eines Naturproduktes geht mit dem neuen grünen Bewusstsein einher. Aber wer sagt denn, dass man das auch immer sehen muss? Unter der Kategorie traditioneller Holzmöbel würden die beiden Exemplare auf jeden Fall nicht so schnell eingeordnet werden.

Unter den ausgezeichneten Tischen und Stühlen befinden sich noch viel mehr Entwürfe mit minimal dekorativen Strukturen. Erstaunlich ist, dass trotz Verzicht auf üppige Designs viele Möbelstücke Formen aufweisen, die es kaum schon gegeben hat. Die Lehne der Forest Sitzmöbel-Kollektion sieht wie ihr englische Bezeichnung bereits verrät aus wie ein Holzschnitt von einem Wald. Der Cinque Drehsessel wölbt seinen Sitzfläche nach Außen und nicht wie normalerweise in dieser Produktsparte üblich nach Innen. Doch auch Altbewährtes wurde in den Designer-Stücken neu miteinander kombiniert. Der „i-Sit“ von Lone Storgaard ist eine Mischung aus Retro-Drehstuhl und Ohrensessel. Das Punktemuster ist ebenfalls nicht unbekannt. Dieser Lounge-Sessel lädt trotz seines einfachen Designs zum Lümmeln ein – der Beweis, dass Bequemlichkeit nicht immer mit Größe zu tun hat!

Die Colorationen der ausgezeichneten Sofas, u.a. das Dormette Sofabett oder das Rolf benz AMO Sofa, sind schon etwas mutiger, auf auffällige Muster wurde aber auch hier verzichtet. Stattdessen heißt es Farbe bekennen! Dasselbe gilt für die Beat Kissenhüllen. Einmal mehr zeigt sich, dass schon mit kleinen textilen Veränderungen große Wirkungen erzielt werden können. Mit den poppigen Farben verpasst man dem Wohnzimmer ein neues Kleid und spart teure Dekorationen. Anstelle von Porzellanfiguren oder sonstigen Staubfängern schaffen farblich kombinierte Stoffe eine wohnliche Atmosphäre. Dieser Deko-Trend kann durchaus als Konsequenz der neueren sachlichen Einrichtungsdesigns gesehen werden.

09.07.2010 09:58:38 von Lukas Mittal
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