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Artikel » Bauen & Wohnen Trockenestrich verlegen |
Allgemein lässt sich Estrich als "harte" Nutzschicht unter dem eigentlichen Bodenbelag definieren. Im Gegensatz zu Nassestrich, der in "formbarer" Konsistenz eingebracht wird, besteht der sog. Trockenestrich meist aus plattenähnlichem Werkstoff, der "trocken" verbaut wird. Sinn und Zweck beider Estricharten ist die Herstellung einer ebenen, tragfähigen Oberfläche für den nachfolgenden eigentlichen Bodenbelag. Im folgenden will ich mich hier auf die Verlegung von Gipsfaserplatten als Trockenestrich beschränken. Diese Platten bestehen aus zwei einzelnen Platten, die so miteinander verklebt wurden, dass ein umlaufender Versatz entsteht, über den die einzelnen Elemente verbunden werden können. Trockenestrich wird in der Regel schwimmend verlegt; d.h. die zusammengesetzte Fläche kann sich auf dem Untergrund in alle Richtungen frei bewegen. Dazu ist es natürlich erforderlich, dass dieser Estrich keine Verbindung zu allen festen Bauteilen (Wände, Stützen, Heizungsrohre, usw.) hat. Für einen optimalen Trittschallschutz wird er auf eine Dämmschicht verlegt und mittels Randdämmstreifen (Schaumstoff ) von vor genannten festen Bauteilen entkoppelt. Ist der Untergrund eben und wird keine hohe Dämmstoffdicke benötigt, wählt man am Besten Gipsfaserplatten, die bereits eine Trittschalldämmung integriert haben (untergeklebte Dämmstoffe wie PS, Steinwolle, Mineralwolle, usw.). Dadurch spart man sich einen Arbeitsgang und man ist nicht gezwungen den bereits verlegten Dämmstoff erneut zu betreten. Da Trockenestriche häufig beim renovieren bzw. modernisieren von Holzbalkendecken zum Einsatz kommen, ist hier besonders auf den Untergrund zu achten (Tragfähigkeit). Insbesondere sollten Fehlstellen ausgebessert bzw. lose Dielenbretter nachverschraubt werden. Bei größeren Unebenheiten (+- 1cm), wie sie im Altbaubereich schon mal vorkommen können, ist vor der Verlegung der Trockenestrichplatten mittels Ausgleichsschüttung für eine ebene Fläche zu sorgen (bei Holzdecken den Rieselschutz nicht vergessen). Mit der Auslegung der ersten Platte wird nun an der Wand begonnen, die der Tür gegenüberliegt (betreten der Ausgleichsschüttung nur über vorsichtig ausgelegte "Trittflächen"), wobei der, zur Aufnahme der nächsten Platte, untere Versatz sichtbar sein muss. Vorher ist der wandseitige Stufenfalz mit einer Stichsäge oder einer Handkreissäge abzutrennen. Auf den sichtbaren Stufenfalzen ist danach ein spezieller Kleber (sieht so ähnlich aus wie Bauschaum) meist in zwei Bahnen (spezielle Flasche) aufzutragen und die folgende Platte aufzulegen. Der Bereich dieser Stufenfalzverklebung wird dann mit Schnellbausschrauben fixiert. Hierfür verwendet man am besten einen Akkuschrauber oder eine elektronische Bohrmaschine. Trockenestrichplatten werden also so, einfach und verschnittarm, endlos verlegt; d.h. mit dem am Ende einer Reihe abgeschnittenen Teil wird die folgende Reihe begonnen (Dabei ist aber aus Stabilitätsgründen auf einen ausreichenden Fugenversatz zu achten). Nach dem Aushärten des Klebers (ca. 24 Stunden) kann der beim Verlegen ausgequollene Überschuss z.B. mit einem Spachtel entfernt werden. Danach kann damit begonnen werden, Bodenbeläge zu verlegen. Hier zeigt sich auch der große Vorteil bei der Verwendung von Trockenestrich; es muss keinerlei Trocknungszeit (außer die des Klebers) eingehalten werden. Der Estrich ist zu weiteren Bearbeitung sofort nutzbar. (kein Baustillstand)
| | | 12.02.2008 17:37:54 von |
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