Ein jeder zeitgenössischer Viertakt-Verbrennungsmotor (damit bezeichnet man jene, die mit Benzin, Kerosin, Diesel oder Flüssiggas betrieben werden) benötigt für seine problemlose Funktion ein sogenanntes Schmieröl.Mineralöl wird direkt aus Destillaten vom Rohöl gewonnen und beim modernen Synthetiköl dient Erdöl oder auch Kohle als Rohstoff und es erfordert ein besonderes, aufwendigeres Herstellungsverfahrenerfahren. Teilsynthetische Öle bestehen aus einem Mix dieser beiden Öle als Komponenten.
Um die kompletten Aufgabe des Öls im Motor detailliert zu beschreiben, bedürfte es hier mehrerer Seiten Text, daher beschränken wir uns auf das Wesentliche.
Hauptaufgabe ist eindeutig die Schmierung aller beweglichen Teile im Motor, neben den Kolben sind das auch Ventile, Nockenwellen, Ölpumpe, Pleuel, Kurbelwelle, Lagern und je nach Bauart weitere Komponenten im Motor.
Neben dieser lebenswichtigen Schmierung im Motor übernimmt das Öl auch die Aufgabe, alle Abriebpartikel, Ruß und Verbrennungsrückstände wegzuspülen und zum Ölfilter zu transportieren.
Ableitung der Wärme aus nicht vom Wasserkühlkreislauf versorgten Zonen des Motors.Erhöhung der Kompression durch Feindichtung an Reibungsflächen.
Moderne Motorenöle beinhalten sogenannte Additive, um all diesen Anforderungen gerecht zu werden. Diese erhöhen z.B. die Eigenschaft des Öls, Schmutzpartikel, Abrieb und Ruß in der Schwebe zu halten (Verhinderung von Ölschlammbildung).
Die unterschiedliche Viskosität (Fließzähigkeit) von Motoröl dient der besseren Zuordnung zu Einsatzaußentemperaturen. Der Buchstabe „W“ in der Viskositätszuordnung besagt soviel wie „Wintereignung“.
Viskositätsklassen gab es früher bei unvergütetem Mineralöl nur als sogenanntes Einbereichsöl (z.B. W 20). Heutzutage findet man im Handel vorwiegend Mehrbereichsöle, es wird gleich ein ganzes Viskositätsspektrum angegeben (z.B. W 10-50). Mehrbereichsöle enthalten höherwertige Additive, um die jeweiligen Eigenschaften zu optimieren.
Unterschiedlichste Viskositäten werden auch deshalb benötigt, weil ein Verbrennungsmotor im Kaltstart bereits über eine Mindestschmierung verfügen muss (Öl darf nicht zu zähflüssig sein). Reziprok darf bei heißen Temperaturen das Öl nicht so dünnflüssig werden, dass der Schmierfilm reißt.
Mehrbereichsöle kann man in Westeuropa auch als Ganzjahresöle bezeichnen, exakte Spezifikationen zu den Ölen für Ihren Motor gibt Ihnen die Betriebsanleitung. Nicht jedes Öl ist für jeden Motor uneingeschränkt geeignet, die Fahrzeughersteller sprechen da in der Regel Empfehlungen und Mindestspezifikationen aus.